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Reisen

Auf der Straße der Cohiba

Eine märchenhafte Landschaft, fruchtbarer Boden und der Stolz seiner Bewohner bestimmt das Leben im Westen Kubas. Hier wächst der beste Tabak der Welt.

Eine Reportage für das Air Berlin Magazin von André Lorenz und Bibiane
Knapp (Fotos)

Vor uns klettert atemberaubend schön die Sonne hinter einem Mogotes-Hügel empor, und hinter uns quiekt ein Schwein. Es quiekt gottserbärmlich, bis sein spitzes Schreien gurgelnd erstirbt. Wir sind morgens um fünf in stockdunkler Nacht unten in Vinales aufgebrochen, um den Bauer Berto Rodriguez Mocegy und seine Familie zu besuchen, und wie zur Begrüßung schlachtet er ein Schwein. Sein Sohn Osmani schabt die Haut ab, Mutter Magalis bringt uns einen starken Kaffee: selbst gepflanzt, selbst geerntet, selbst geröstet. Großvater Sixto, auf dem Kopf einen ledernen Hut mit einem riesigen Loch oben in der Mitte, setzt sich in einen typisch kubanischen Schaukelstuhl und blickt über das weite Land, das die aufgehende Sonne in warmes Licht taucht: das mit den Mogotes- Hügeln gesprenkelte Vinales-Tal, einsam, idyllisch und weltberühmt: Hier wächst der beste Tabak der Welt. Hier gedeihen die Pflanzen, aus denen später die legendären kubanischen Zigarren werden: Cohiba, Montechristo, Romeo y Julieta, Robaina.

Die besten Zigarren der Welt entstehen in Planwirtschaft

Es ist jedoch nicht so, dass es da unten im Tal irgendwo eine Cohiba-Plantage gäbe oder eine für Montechristo. Die besten Zigarren der Welt entstehen nach sozialistischem Einheitswillen und Planwirtschaft. In Laboren in Havanna und der Provinzhauptstadt Pinar del Rio entwickeln Techniker und Biologen jedes Jahr die Einheitspflanze für die kommende Saison. Die Setzlinge werden dann mit dem Plansoll für das Jahr an die Plantagen verteilt. Es ist schließlich die Pflege der Tabakbauern und die Güte des Bodens, der die Qualität des Tabaks bestimmt.

Alejandro Robainas Plantage im Vuelta Abajo, rund 50 Kilometer südlich von Vinales, hatte schon immer hervorragenden Boden, sandiger als andere und reicher an Mineralstoffen. So wurde Robaina, der 2010 starb, zur Legende unter den Tabakpflanzern und zum Freund von Fidel Castro. Ihm zu Ehren wurde im Jahr 1997 die Tabakmarke „Vegas Robaina“ eingeführt, mit der sich die staatliche Vertriebsorganisation Habanos SA schmücken wollte, um vom Ruf des Zigarrenstars profitieren zu können. Heute führt sein Enkel Hiroshi die in vierter Generation seit 1845 bestehende Plantage.

Es ist die Zeit der Pflanzung. Die Tabakexperten von Robaina bekommen zurzeit die Setzlinge aus der Hauptstadt. Dann gedeihen auf der 16 Hektar großen Plantage ihre berühmten Pflanzen, die deutlich mehr von den qualitativ hochwertigen Deckblättern hervorbringen als die auf anderen Feldern. Nach der Pflege, der Ernte, dem mehrere Monate dauernden Trocknungsprozess und der Fermentierung der Blätter sammelt der Staat die Lieferungen aller Plantagen ein und produziert die eigentlichen Zigarren in den Tabakfabriken in Pinar del Rio und in Havanna.

Die Hauptstadt Havanna blanciert glamourös am Rande des Abgrunds

Wir fahren über Land zurück in die Hauptstadt, fast zweihundert Kilometer Schlaglochpiste. Pferdefuhrwerke bestimmen das Straßenbild, auf den Feldern ackern Ochsengespanne. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Kuba in die landwirtschaftliche Frühzeit zurückgeworfen. Für die Traktoren und Landmaschinen sowjetischer Herkunft, die in den 1980er-Jahren dem Inselstaat zum Aufschwung verholfen hatten, fehlten erst der Sprit und dann die Ersatzteile. Ein ähnliches Bild in Havanna, der faszinierenden, lebendigen, bunten, rückständigen, stolzen Metropole Kubas.

Plymouths, Buicks und Fords vor 1959 tuckern am eingerüsteten Kapitol vorbei, längst sind sie von den findigen Besitzern mit Hyundai- oder Kia-Motoren ausgestattet worden. Die Hauptstadt balanciert glamourös am Rande des Abgrunds. In Habana Vieja, der Altstadt, locken perfekt eingerichtete Fünf-Sterne-Hotels zahlungskräftige Touristen, direkt daneben verfallen die Straßen. Anfang Dezember sind in Havanna nach heftigen Regenfällen über zweihundert Gebäude eingestürzt.

Wir besuchen die Tabakfabrik Partagas, die umgezogen ist, weil der Firmensitz gerade renoviert wird. Wie lange, weiß niemand. 300 Millionen Zigarren produziert Kuba jedes Jahr, 20.000 pro Tag werden hier bei Partagas gerollt. Je nach Mischverhältnis der verschiedenen Blätter entstehen so die Zigarren unterschiedlicher Marken. Maria, unsere Führerin, schaut in einen musikbeschallten Saal und erklärt: „Da hinten, da produzieren sie Cohibas und da vorne rechts Romeo y Julieta.“

Die Zigarren sind Aushängeschild Kubas wie Mojitos und der Buena Vista Social Club

Kubanische Zigarren sind Statussymbol und allgegenwärtiges Zeichen einer gelassenen Lebensart, in der sich alle Schwächen des Systems in Rauch auflösen. Und ihr Idol heißt nicht nur Che Guevara, sondern auch Alejandro Robaina. Unten in San Luis, im Vuelta Abajo, schwärmen sie immer noch vom Patriarchen. „Seit er elf war, hat er immer Zigarren geraucht“, erzählt Iwan, der Besucher über die Farm führt, „und auch am Ende waren es noch acht am Tag.“